Ionen

Wenn eine Hochspannungsleitung unter Spannung steht, können elektrische Entladungen in der direkten Nähe der Leiterseile auftreten. Bestandteile der Umgebungsluft können sich dabei elektrisch aufladen. Dies gilt für Wechselstromleitungen genauso wie für Gleichstromleitungen. Die im Bereich von Hochspannungsfreileitungen auftretenden Ionenkonzentrationen sind für Anwohner ungefährlich.

Ionen - elektrisch geladene Teilchen

Auf der Oberfläche eines Leiterseils, das mit einer hohen Gleichspannung betrieben wird, entstehen Entladungen zwischen dem Leiterseil und der umgebenden Luft. Diese laden die Luftbestandteile auf, so dass hier geladene Teilchen oder „Ionen“ entstehen. Der positive Pol erzeugt positive Ionen, der negative Pol erzeugt negative Ionen. Diese Ionen bewegen sich entlang des elektrischen Feldes zum neutralen Potenzial oder zum Potenzial der entgegengesetzten Polarität. Aus diesem Grund wird beim Betrieb einer bipolaren Freileitung mit einem Minus- und einem Pluspol wie bei Ultranet ein Großteil der Ionen neutralisiert (positive und negative Ionen werden jeweils am Leiterseil mit entgegengesetzter Polarität neutralisiert). Zusätzlich befindet sich seitlich bzw. unterhalb der Pole ein Neutralleiterseil, das die Ionen, die sich in Richtung Boden bewegen, größtenteils auffängt. Durch die gewählte Konfiguration bei Ultranet wird somit der Ionenstrom in Richtung Erdboden reduziert.

Eine theoretische Studie zu Wechselstromleitungen aus dem Jahr 1999 stellt die Vermutung auf, dass elektrisch geladene Schadstoffe eine Gesundheitsgefahr darstellen könnten, wenn sie vom Wind verbreitet werden („Henshaw-Studie“). Sowohl die britische Strahlenschutzkommission (NRPB) als auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellen dagegen fest, dass es hierdurch zu keiner signifikanten Erhöhung der langfristigen Gesundheitsrisiken kommt. Sowohl WHO als auch NRPB kommen in Berichten zu dem Schluss, dass die durch Korona-Ionen verstärkte Anhaftung von Luftschadstoffen, wenn überhaupt, nur einen geringen Effekt – selbst bei den am stärksten exponierten Personen – habe. Die weitere Durchführung von epidemiologischen Studien wird nicht empfohlen. Bereits im Jahr 2005 ergab eine epidemiologische Untersuchung unter Mitwirkung der selben Arbeitsgruppenmitglieder, die 1999 die These über mögliche Gesundheitsgefahren aufgestellt hatte, dass kein Zusammenhang zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung durch Korona-Ionen in der Nähe von Hochspannungsleitungen gefunden werden kann. Auch aktuelle empirische Studien konnten kein erhöhtes gesundheitliches Risiko nachweisen.

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