Hybridleitung

Hybrid bedeutet im Fall von Ultranet, dass zwei erprobte Techniken – nämlich Wechselstrom- und Gleichstrom- Übertragung, parallel auf einem Mast hängen. Beide Techniken bieten beim Betrieb des Stromnetzes Vorteile bei bestimmten Situationen. In Zukunft möchte Amprion die beiden Techniken im Stromnetz kombinieren, um das Netz optimal zu steuern und damit besonders stabil zu halten.

Gleichstrom-Verbindungen können bei gleicher Spannung mehr elektrische Leistung transportieren als eine Wechselstromleitung es könnte. Gleichzeitig eignet sich die Gleichstromtechnik besonders für die Langstrecke – d.h. man kann nicht wie bei einer Wechselstromleitung verschiedene Regionen entlang der Leitung versorgen. Daher kann Ultranet auch nicht die bereits vorhandene Höchstspannungsleitung ersetzen, sondern wir brauchen sowohl die Gleichstrom- als auch die Wechselstromübertragung.

Wenn wir daher beide Techniken wie geplant an einem Mast kombinieren, dann bedeutet das auch, dass wir für Ultranet keine zusätzliche Trasse finden und bauen müssen. Zum großen Teil können wir die bereits bestehende Trasse und sogar die vorhandenen Masten nutzen, die lediglich umgerüstet werden. Diese Lösung ist nicht nur wirtschaftlich von großem Vorteil, sondern auch für Mensch und Natur: So können wir den schon jetzt in dieser Region eng besiedelten Raum schonen.

Umrüstung bestehender Masten

Ultranet sieht aus wie jede andere Hochspannungsleitung. Trotzdem ist es etwas vollkommen Neues: Erstmalig wird Gleich- und Wechselstrom gemeinsam auf einem Mast übertragen. Wir haben diese Möglichkeit intensiv untersucht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Betrieb technisch sicher möglich ist. Bis auf wenige Kilometer kann Ultranet auf Masten schon bestehender Stromtrassen umgesetzt werden. In einigen Abschnitten werden dafür nur die Isolatoren, die die Leiterseile tragen, umgerüstet.

Für Ultranet ist somit kein Neubau erforderlich – weder unter- noch überirdisch. Daher ist das Projekt auch vom Erdkabelvorrang ausgenommen, den es bei anderen Gleichstromverbindungen gibt: Ein Gleichstrom-Erdkabel kann die bestehende Wechselstromleitung nicht ersetzen und müsste parallel zur Freileitung betrieben werden. Ein zusätzlicher Kabelgraben würde nötig. Angesichts des erheblichen Flächenbedarfs und der mit dem Bau verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft stellt eine Erdverkabelung für Ultranet keine Option dar.

Am 8. Februar 2017 war die Technik Thema beim „Technik-Dialog Hybridleitung“ in Frankfurt, eine Veranstaltung der Bundesnetzagentur.